AUSSTELLUNG „DIE WELT DRUCKEN“ CNAC POMPIDOU, PARIS

ERWERB DES KUNSTWERKS DURCH DAS CENTRE POMPIDOU

Zu entdecken in der Ausstellung „Die Welt drucken“ vom 15. März bis 03. Juli 2017 – Paris

 

Mathias Bengtsson
Growth Table Titanium, 2016
Titan, 3D-Druck
(EBM®-Electron Beam Melting)
81 x 140 x 66 cm

Centre Pompidou, Nationalmuseum für moderne Kunst / Zentrum für Industriedesign, Paris. Hergestellt mit der Unterstützung von Initial, einem Unternehmen der Prodways-Gruppe, und der Galerie Maria Wettergren. Ankauf mit Unterstützung der Rechtsanwaltssozietät De Gaulle Fleurance & Partner und der Ankaufsgruppe „Design“ der Gesellschaft der Freunde des Nationalmuseums für moderne Kunst.

„Ich versuche, ein Universum zu schaffen, in dem wir Formen entstehen und wachsen lassen können – genau wie in der Natur“. Mathias Bengtsson, geboren 1971 in Kopenhagen, lebt und arbeitet in Stockholm.

EXPERIMENTELLE FORSCHUNG MIT PIONIERCHARAKTER

Um dieses Werk zu schaffen, hat Mathias Bengtsson eine völlig neuartige Simulationssoftware anhand eines Gitters mit ca. 1000 Vorgaben-Parametern entwickelt: Masse, Energie, Schwerpunkt, Druck etc., innerhalb dessen er seine Algorithmen sich entwickeln lässt.

Sein Prozess ist eine Interpretation des Knochenwachstumsmodells durch Zellteilung und Zelldifferenzierung. Die Leistungen lebender Organismen werden analysiert und auf die Leistungen der Werkstoffe angewandt, um neuartige komplexe Formen zu erzeugen, die die Frage aufwerfen, wo die Grenzen zwischen Design, Kunst, Kunsthandwerk und wissenschaftlicher Forschung verlaufen.

FERTIGUNG AUS TITAN BEI INITIAL

Bei dieser technologischen und künstlerischen Herausforderung konnte sich der Künstler Mathias Bengtsson auf die über 25-jährige Erfahrung und das unverzichtbare Know-how rund um den 3D-Druck von Initial stützen.

Als Ergebnis einer experimentellen Forschung mit Pioniercharakter wurde der Growth Table Titanium aus Titan mit dem additiven Fertigungsverfahren EBM®, dem Electron Beam Melting, hergestellt. Ein Verfahren, bei dem ein Elektronenstrahl eingesetzt wird, um Teile durch Aufschmelzen von Metallpulver herzustellen, und das insbesondere in den Industriezweigen Luft- und Raumfahrt oder Verteidigung eingesetzt wird.

Initial wurde mit der Realisierung des Growth Table Titanium betraut. Das Werk benötigte 310 Fertigungsstunden und besteht aus 22 Titanteilen. Eine technische Meisterleistung für dieses außergewöhnliche Projekt:  ein maßgefertigtes Teil, von dem es nur ein einziges Exemplar gibt.

DIE KUNSTWERKE VON MATHIAS BENGTSSON

Die Kunstwerke von Mathias Bengtsson (Slice Chair, Spun Chair, Growth Chair, 1998) verknüpfen Handwerk und Hightech. Mathias Bengtsson gehört zu den innovativsten Designern, wenn es um die Nutzung von digitalen Technologien geht, mit deren Hilfe er Objekte mit komplexen Formen aus neuen Werkstoffen kreiert.

BIOGRAFIE

Mathias Bengtsson (1971 in Kopenhagen geboren, lebt und arbeitet in Stockholm) hat am Royal College of Art sowie an der Danish Design School in Kopenhagen studiert.

Nach der Gründung seines Studios im Jahr 2002 ließ er sich 2007 in Stockholm nieder. Seine Kunstwerke (Slice Chair, 1998, Spun Chair, 2002, Cellular Chair, 2011, Growth Chair, 2012) verknüpfen Handwerk und Hightech und weiten die Grenzen der skulpturalen, technischen und philosophischen Möglichkeiten des dreidimensionalen Designs aus.

Mathias Bengtsson gehört zu den innovativsten Künstlern, wenn es um die Nutzung von digitalen Technologien geht, mit deren Hilfe er Objekte mit komplexen Formen aus neuen Werkstoffen kreiert.

Sein „computergestütztes Design“ basiert auf der Formulierung von Algorithmen, womit er sich der Vorgehensweise von Architekten annähert, bei denen die Erzeugung von Formen aus parametrischen Berechnungen hervorgeht.

MATHIAS BENGTSSON IST WELTWEIT ANERKANNT FÜR SEINE SKULPTURALEN OBJEKTE, DIE DEN BETRACHTER VISUELL IN IHREN BANN ZIEHEN UND GLEICHZEITIG TECHNISCH INNOVATIV SIND.

In seiner Arbeit mit unterschiedlichen industriellen Verfahren und Werkstoffen weitet er die skulpturalen, technischen und philosophischen Möglichkeiten des dreidimensionalen Designs aus. Immer auf der Suche nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten, stürzt er die Grenzen der etablierten Ordnung zwischen Design, Kunst, Handwerk und den neuen Technologien.

Museale Sammlungen: Centre Pompidou, Paris France ; MoMA, Museum of Modern Art, New York, USA ; 
The Museum of Fine Arts, Houston, USA ; The Mint Museum of Art, North Carolina, USA ; 
High Museum of Art, Atlanta, USA ; Indianapolis Museum of Art, Indianapolis, USA ; 
Montreal Museum of Art, Montreal, Canada
 ; Frank Cohan Collection, Manchester, UK ; 
Manchester Art Gallery, Manchester, UK ; 
The Lowery, Manchester, UK ; 
Cass Sculpture Foundation, West Sussex, UK ; 
Röhsska Museet, Goteborg, Sweden
 ; Stedelijk Museum, Amsterdam, Holland
; Danish Museum of Decorative Arts, Copenhagen, Denmark.

GALERIE MARIA WETTERGREN

Maria Wettergren, dänische Galeristin, eröffnete 2010 in Paris ihre Galerie, nachdem sie zuvor 8 Jahre lang die Galerie Dansk Moebelkunst/Paris geleitet hatte. Seitdem stellt sie Werke der wichtigsten skandinavischen Designer und Künstler der neuen Szene aus.

Drei Jahre nach Eröffnung der Pariser Galerie hat es Maria Wettergren in das Ranking der „Power 100“-Liste des amerikanischen Magazins Art & Auction geschafft. 2014 erhielt die Galeristin den Preis Finn Juhl für ihre Verdienste um die Förderung skandinavischen Designs auf internationaler Ebene. Die künstlerische Leitung der Galerie zeichnet sich durch die Lust am freien Experimentieren auf wissenschaftlicher, technologischer oder handwerklicher Ebene aus, die sich niederschlägt in Kunstwerken, die die Grenzen zwischen Kunst, Handwerk und Design hinfällig machen. 

DIE KUNSTFÖRDERUNG DER RECHTSANWALTSSOZIETÄT DE GAULLE FLEURANCE & PARTNER

Louis de Gaulle, Rechtsanwalt und Gesellschafter der Sozietät: „Die Begleitung des Projekts Growth Table Titanium von Mathias Bengtsson ist für uns die Gelegenheit, unsere Vorreiterstellung bei der Thematik geistiges Eigentums und neue Technologien hervorzuheben“.

Die Künstler haben sich die additive Fertigung zu eigen gemacht und nutzen sie als ein neues Werkzeug für ihren kreativen Schaffensprozess. Diese Technik ist wegen ihrer industriellen und kommerziell interessanten Möglichkeiten auch attraktiv für Ingenieure, Unternehmen und andere Akteure – sie hat aber auch viele rechtliche Auswirkungen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Recht am geistigen Eigentum (Urheber-, Patent- und Markenrechte, Schutz gewerblicher Muster und Modelle), das jede Form der schöpferischen Tätigkeit schützt und die rechtliche Regelung, Kontrolle und Ahndung jeder vom Rechteinhaber nicht genehmigten Reproduktion eines Werks oder eines Gegenstands sicherstellt.

„Es geht darum, die Entstehung eines Kunstwerks zu ermöglichen, um die juristischen Sachverhalte des 3D-Drucks zu klären“.